Geschichte

VEITSCH Marktgemeinde Veitsch -  Politischer Bezirk Mürzzuschlag

Kirchweiler, an Talgabelung. Streusiedlungsgebiet. Paar- und Haufenhöfe.

PFARRKIRCHE hl. Veit. Spätgot. Bau mit wuchtigem W-Turm. Urk. 1184.

Bis 1959 dem Stift St. Lambrecht inkorporiert. 1957 rest. Langhaus 1456 bez., 3-jochig, Netzrippengewölbe auf Halbrunddiensten, vor eingezogenen Strebepfeilern. Runde bzw. Wappenschlusssteine, im mittleren Joch 2 Köpfe (seitl. des Hl.-Geist-Loches). Einige Blattkapitelle. Eingezogener spitzbogiger Fronbogen; niedriger Chor 1-jochig, mit 5/8-Schluss (um je eine Stufe erhöht). Tief herabgezogenes Kreuzrippengewölbe auf Konsolen. Runde Schlusssteine, auf jenem des Chorschlusses segnender Bischof. Am Chorschluss flache Strebepfeiler; dort auch spätgot. Fresko, Christus als Weltenrichter mit Maria und Johannes, fast zur Gänze zerstört. Im Maßwerk zweier Chorschlussfenster got. Ornamentscheiben.

Mächtiger 3-geschossiger W-Turm mit hohem Keildach, Turmhalle stichkappentonnengewölbt, S-Eingang zur Turmhalle mit verstäbtem Rundbogenportal. - Spitzbogiges W- und S-Portal. W-Empore 3-achsig, auf Sechseckpfeilern; an der Brüstung Wappen Abt Eugen Inzaghi (1737-1760). – Südl. des Chores bar. Kappellenanbau mit Stichkappentonne, Wandpilaster.

Hochaltar mit Umgangsportalen, gegen M. 18. Jh., Altarblatt hl. Veit, dem Johann Michael Eisenschmied zugeschrieben. Hinter dem Hochaltar Klappbeichtstuhl. Seitenaltäre rokoko, 3. V. 18. Jh.; Altarblätter von Friedrich Stilpp 1766, li.: Maria überreicht dem hl. Domenikus einen Rosenkranz, re. Hl. Sebastian. Altar in der S-Kapelle 2. V. 18. Jh. Kanzel nach M. 18. Jh., mit Relief Christus im Tempel predigend. Neugot. Orgel, 1894, Albert Mauracher.

In der S-Kapelle Nische mit Schmiedeeisengitter A. 18. Jh., gleichzeitige Barbarastatue. Spätgot. Sitzfigur Anna Selbdritt, E. 15. Jh.; Maria mit Kind, auf Mondsichel, um 1470/80, stark überfasst. Bar. Statuen Hll. Oswald und Petrus sowie Fronbogenkreuz und Vortragekreuz; alle 1. H. 18. Jh. Bar. Bilder Hll. Barbara mit Joseph sowie Joachim und Anna, Maria lesen lehrend, 1. H. 18. Jh.

Gedenkstein Louise Deri, gest. 1910, mit Büste in Flachrelief, bez. R(ichard) Kauffungen MCMXI. – Glocke 1730, von Theresia Weyerin Wittib.

Das große got. Fastentuch um 1470 in St. Lambrecht.

Got. Verbindungsgang von der Kirche zur nördl. gelegenen Propstei, mit Durchfahrt. O-Erker mit verstäbtem Fenster, dort an der Solbank 2 Kopfkonsolen.

PROPSTEI, vom Kirchhof durch hohe Mauer getrennt. Die einzelnen Trakte um einen Hof gelegen. Im O Verbindungstrakt zum Wirtschaftsgebäude; dort tonnengewölbter Raum mit Stuck um 1730/40, dem Johann Cajetan Androy zugeschrieben. Wirtschaftstrakt im N mit Wandpfeilern. Arkaden im Erd- und Obergeschoss.


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